Zwar wird die Verarbeitung von Reaktionsharzen von mehreren Gewerken angeboten und ausgeführt, wir von der InoBa rechnen sie aber dem Malerhandwerk zu. Es ist vielfältiger als man es sich vorstellt. Als Beispiel führen wir einmal nur die Dachbeschichtung an. Dachbeschichtungen gibt es am Markt mittlerweile seit über dreißig Jahren, vielfach werden sie dem Dachdeckerhandwerk zugerechnet, tatsächlich aber überwiegend von Holz- und Bautenschützern ausgeführt.

Ein Gewerk übrigens ohne geregelte Ausbildung und ohne Meister. Warum sehen wir nun die Dachbeschichtung im Malerhandwerk? Ganz einfach, das Dach ist schon gedeckt und hat zwanzig, dreißig oder mehr Jahre zuverlässig gehalten. Die Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten die vor einer Dachbeschichtung erfolgen müssen halten sich in Grenzen und beschränken sich meist auf das Auswechseln einiger Dachpfannen, vielleicht muss der Dachfirst an einigen Stellen nachgemörtelt werden und so weiter.

Letztlich sind diese Vorarbeiten für Dachbeschichtungen notwendig aber kein Hexenwerk. Viel mehr gilt es die Untergründe richtig zu bewerten, bei Dachpfannen aus Beton auch kein Problem aber Tonarten für Ziegel gibt es hunderte. Dazu kommen noch verschiedene Brennverfahren, Engoben oder Glasuren. Für all dies gilt es den in dieser Situation geeigneten Haftvermittler auszuwählen. Nicht zuletzt ist für den Erfolg einer Dachbeschichtung auch die Wahl der richtigen Dachfarbe und die Applikationstechnik entscheidend. Und der Umgang mit Farben ist nun einmal Sache des Malers.

Mit einer Dachsanierung oder Mit einer Neueindeckung hat eine Dachbeschichtung unserer Auffassung nach nicht viel zu tun. Für eine Dachsanierung gibt es Fachregeln und die beherrscht der Dachdecker perfekt. Dachbeschichtungen, also der Umgang mit Farben, gehören nicht unbedingt in sein Handwerk.

Auch eine Balkonsanierung kann zur Sache des Malerhandwerks werden und zwar dann, wenn auch hier mir Reaktionsharzen saniert wird. Hierzu zähler in erster Linie Epoxitharz, Polyurethane und Methylmetacrylate, es gibt aber auch andere, weniger bekannte. An der klassischen Balkonsanierung, aber auch an einer Terrassensanierung sind eigentlich mehrere Gewerke beteiligt.

Der Dachdecker verlegt die Balkonabdichtung gemäß den Flachdachrichtlinien, der Estrichleger baut den Estrich ein und der Fliesenleger kümmert sich um den Rest. Aus der Sicht des Malers können aber Balkonabdichtung und Balkonsanierung ein und derselbe Vorgang sein. Meist lassen sich die alten Fliesen noch erhalten, da wo nicht, werden sie ausgebaut und mir einer Spachtelmasse aus Epoxitharz und staubfreien Quarzen verschlossen.

Der Rest der Fliesen wird angeschliffen um eine bessere Haftung für die nachfolgende Grundierung zu gewährleisten. Nun kommt der entscheidende Teil der Balkonsanierung, die Abdichtung des Balkons mit einer Flüssigfolie. Eine circa 2 Millimeter starke, flexible Schicht aus flüssigem, zweikomponentigem Kunstharz, ohne Fugen und Nähte, stellt sicher, dass kein Wasser mehr in den Untergrund gerät. Anschlüsse an die Fassade, Balkontüren und natürlich auch an den Kragen sorgen für einen wannenähnlichen Charakter.

Mit der Balkonabdichtung ist die Balkonsanierung eigentlich fast fertig, es fehlt nur noch der Bodenbelag. Doch welcher Belag eignet sich für einen Balkon? Was zeichnet einen guten Balkonbelag aus? Nun, hier gibt es verschiedene Alternativen. Angefangen von einer Balkonbeschichtung über Holzelemente bis hin zu Formsteinen mit einer Rückseite aus Gummi. Die Systeme sind kaum zählbar. Der Vorteil einer Balkonbeschichtung ist, man bleibt zum einen im System, zum anderen ist kaum einem anderen Balkonbelag eine derartige Vielfalt möglich. Beschichtungssysteme erlauben heutzutage eine fast unglaubliche Vielfalt an gestalterischen Möglichkeiten.

Sei es als Kunstharzterrazzo, als Spachtelbelag aus Quarzen oder Marmor oder glatt und einfarbig. Fast alles ist möglich. Balkonsanierung kann also auch Malerhandwerk sein.

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